Vom 19. bis 26. Oktober 2025 reiste das Team der WeCare-Association erneut nach Kenia, um Schulen, Gemeinden und lokale Partner in den Maasai-Gebieten zu besuchen.
Die Woche war geprägt von intensiven Begegnungen, wertvollen Austauschen und bewegenden Momenten, die erneut zeigen, wie wichtig kontinuierliche Unterstützung in den Bereichen Wasser, Bildung und Gesundheit ist.
Begleitet wurde das Team von Dr. Bobby Janson-Müller und Simone Hüther, die erstmals einen Erste-Hilfe-Kurs für Lehrerinnen, Lehrer und Maasai-Frauen durchführten. Ihr Engagement brachte dringend benötigtes medizinisches Grundwissen in mehrere Gemeinden.
Die Reise begann mit einem Besuch der Rehoboth Schule in den Slums von Nonkoopir in Kitengela.
Die Schule hat sich in den letzten Jahren zu einem sicheren Ort für rund 200 Kinder entwickelt – dank der umfassenden Unterstützung der WeCare-Association.
WeCare finanziert die Rehoboth Schule vollständig, darunter:
- Miete der Schulräumlichkeiten
- sämtliche Lehrergehälter
- das tägliche Schulernährungsprogramm
- Lern- und Unterrichtsmaterialien
Diese Unterstützung wirkt: Die Kinder besuchen die Schule regelmässig, erhalten täglich eine warme Mahlzeit und erleben Bildung als Chance.
Die Schülerinnen und Schüler empfingen das Team mit Liedern, Tänzen und Gedichten. Beim gemeinsamen Mittagessen half das Team bei der Essensausgabe und verteilte Früchte – eine wichtige Vitaminquelle in einem Umfeld, in dem Mangelernährung verbreitet ist.
Seminartag in Olepolos – Wissen teilen, stärken und weitertragen
In Olepolos fanden drei Weiterbildungsinitiativen gleichzeitig statt:
- Lehrerseminar
- Erste-Hilfe-Kurs
- Workshop für Frauen
Durch die teilnehmenden neun Schulen erreichte das Team indirekt rund 2.000 Kinder – ein eindrucksvoller Multiplikationseffekt.
Lehrerseminar – Lehrkräfte als Beschützer der Kinder
Unter dem Motto
„Teachers as Protectors – Safeguarding Children in School and Beyond“
tauschten über 40 Lehrpersonen aus neun Schulen Erfahrungen aus.
Themen des Seminars:
- Schutz vor FGM
- häusliche Gewalt und Gewaltprävention
- Kinderschutz im Schulalltag
- Positive Disziplin ohne körperliche Strafen
Viele Lehrkräfte berichteten offen von ihren Herausforderungen und zeigten grossen Willen, ihren Schülerinnen und Schülern sichere Lernorte zu bieten.
Alle Teilnehmenden erhielten ein Zertifikat sowie eine Wasserflasche mit der Aufschrift „Wasser ist Leben“ (Englisch & Swahili).
Erste-Hilfe-Kurs – Wissen, das Leben rettet
Parallel fand erstmals der Erste-Hilfe-Kurs statt, geleitet von Dr. Bobby Janson-Müller und Simone Hüther.
Die Teilnehmenden übten u. a.:
- Wundreinigung und Versorgung
- Stillen von Blutungen
- korrektes Anlegen von Verbänden
- Infektionsprävention
Dr. Bobby hatte reichlich Verbands- und Desinfektionsmaterial mitgebracht und betonte einfache, im Alltag umsetzbare Methoden.
Der Kurs brachte erstmals grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse in die Gemeinden – und stärkte damit den Schutz von mindestens 2.000 Kindern.
Alle neun Schulen erhielten zusätzlich Erste-Hilfe-Kästen.
Workshop für Frauen – wirtschaftliche Selbstständigkeit stärken
Der Workshop vermittelte Frauen wichtiges Basiswissen zu:
- einfacher Buchführung
- Preisgestaltung
- Kostenkalkulation
- kleinen Verkaufstrainings
Viele Frauen verstanden erstmals, dass Umsatz nicht Gewinn bedeutet.
Die Atmosphäre war motivierend, offen und stärkend – ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstständigkeit.
Alle Teilnehmerinnen erhielten Zertifikate und Einkaufstaschen mit „Wissen ist Macht“.
Mperrishi – Ein Dorf kämpft um Wasser
Einer der eindrücklichsten Momente war der Besuch der abgelegenen Gemeinde Mperrishi, wo ein neues Bohrloch geplant ist.
Die Situation ist dramatisch:
- Wasserlieferungen sind extrem unzuverlässig
- die Zufahrtswege sind kaum befahrbar
- häufige Pannen und Gefahren führen dazu, dass Fahrer die Strecke meiden
- WeCare ist bereits bei der fünften Firma, die überhaupt noch Wasser liefert
Das Team besuchte das fast völlig ausgetrocknete Wasserloch, die einzige Wasserquelle:
eine trübe, stehende Pfütze – genutzt von Menschen, Vieh und Wildtieren zugleich.
Trotz der schwierigen Bedingungen wirken die laufenden Projekte:
- Schülerzahl stieg von 170 auf 206
- Absenzen gingen deutlich zurück
Dr. Bobby versorgte mehrere Verletzte, darunter ein Mädchen mit einer stark entzündeten Hand – ein eindrückliches Beispiel für die fehlende medizinische Versorgung.
Emboliei und Olpirikata – Nachhaltige Veränderungen
In Emboliei stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler von 350 auf 407 – dank des Schulernährungsprogramms und regelmässiger Wasserlieferungen.
Schuldirektor Mr. Immanuel setzt sich aktiv gegen FGM ein und baut ein Netzwerk aus Schülerinnen auf, das gefährdete Mädchen schützt.
Auf dem Weg nach Olpirikata traf das Team in Kajiado Projektleiter Paul Ochilo, der wertvolle Hinweise zur langfristigen Wartung des geplanten Brunnens gab – darunter die Idee, durch Verkauf von Dung Einnahmen für die Wasserkosten zu generieren.
In Olpirikata, wo WeCare bereits 2012 einen Brunnen finanzierte, erwartete das Team eine erfreuliche Überraschung:
Nach 13 Jahren funktioniert die Anlage noch immer einwandfrei!
Schuldirektor Clement Nantui plant zudem:
- einen Gemüsegarten
- ein Bienenprojekt
Beides soll die Eigenversorgung der Schule stärken.
Ein starkes Zeichen der Hoffnung
Die Reise zeigt eindrücklich, wie viel in einem Jahr verändert werden kann:
mehr Kinder, die zur Schule gehen
motivierte Lehrerinnen und Lehrer
gestärkte Frauen
wachsendes Bewusstsein für Gesundheit und Kinderschutz
Das wichtigste Ziel für 2026 bleibt klar:
Der Brunnen für Mperrishi.
Er wird Leben verändern – und Bildung nachhaltig sichern.
Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern von Herzen.
Gemeinsam schenken wir Bildung, Wasser und Zukunft – Schritt für Schritt.
