Hintergrund
– Circa 1.2 Milliarden Menschen leben in Gegenden mit physischem Wassermangel und 500 Millionen Menschen steht ein ähnliches Schicksal bevor.
– Weitere 1.6 Milliarden Menschen sind von wirtschaftlichem Wassermangel betroffen (in Ländern, wo die notwendige Infrastruktur für die Wasserentnahme aus Flüssen oder für Grundwasserleitern fehlen).
– Laut Schätzungen ist ein Drittel der Weltbevölkerung von Dürre, Versteppung und anderen Formen der Wasserknappheit betroffen.
– Es gibt Prognosen, die sogar eine Verschlimmerung der Wasserknappheit für Gebiete mit starkem Bevölkerungswachstum vorhersagen, und zwar vor allem für die subsaharischen Länder Afrikas, Südasien und einige Länder in Südamerika und dem Mittleren Osten.
Quelle: World Water Assessment Programme (UNESCO)
Am 1. Januar 2016 wurden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zum Kernstück für die Agenda 2030. Diese Ziele gelten für alle und alle Länder sind gleichermassen aufgefordert, die drängenden Herausforderungen wie den Kampf gegen alle Arten von Armut und gegen Ungleichheiten unter Berücksichtigung von Umweltfragen aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass niemand zurückbleibt.
Ziel Nummer 6 ist es die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten.
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein Menschenrecht und es gibt auf diesem Planeten genügend Wasser, um dies auch zu erreichen. Aufgrund von mangelnder Finanzierung oder schlechter Infrastruktur sterben jährlich Millionen von Menschen -darunter viele Kinder- an Krankheiten, die auf ungenügende Wasser- und Sanitärversorgung und Mangel an Hygiene verursacht werden.
Wassermangel, verunreinigtes Wasser und nicht ausreichende Sanitärversorgung haben einen negativen Einfluss auf die Nahrungsmittelsicherheit, Berufswahl und Ausbildungsmöglichkeiten für arme Familien auf der ganzen Welt. Derzeit sind mehr als 2 Milliarden Menschen von beschränktem Zugang zu Frischwasserquellen bedroht und man schätzt, dass bis zum Jahr 2050 25% aller Menschen in einem von permanenter oder temporärer Wasserknappheit betroffenen Ländern leben werden. Dürre im Speziellen bedroht einige der ärmsten Länder der Welt, wodurch Hunger und Mangelernährung verstärkt werden.
Zur Verbesserung der Sanitärversorgung und dem Zugang zu Trinkwasser braucht es mehr lokale Mitwirkung in die Wasserbewirtschaftung und Einrichtungen für die Sanitärversorgung in einigen Entwicklungsländern im subsaharischen Afrika und Südostasien.
Frauen und Wasser
Laut einer Studie des Global Water Institutes aus dem Jahr 2013 sind Frauen und Mädchen überproportional von den Problemen der Wasserknappheit und nicht ausreichender Sanitärversorgung betroffen. In fast zwei Dritteln aller ländlichen Haushalte in Entwicklungsländern sind Frauen für das Wasser holen verantwortlich. In Afrika werden sogar 90% aller Arbeiten im Zusammenhang mit der Beschaffung von Wasser und Holz für den Haushalt und die Nahrungszubereitung von Frauen erledigt. Im Durchschnitt legen Frauen jeden Tag 6.4 km für die Beschaffung von Wasser zurück, wobei das durchschnittliche Gewicht, das sie am Kopf transportieren, circa 20 kg liegt.
Zugang zu sauberem Wasser in Kenia
1992 | 2015 | Entwicklung | |
Gesamtbevölkerung | 25’030’000 | 46’050’000 | 84% |
Ländliche Bevölkerung | 20’688’000 | 34’072’000 | 65% |
Städtische Bevölkerung | 4’342’000 | 11’978’000 | 176% |
Gesamtbevölkerung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser (%) | 44.6 | 63.2 | |
Ländliche Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser (%) | 35 | 56.8 | |
Städtische Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser (%) | 90.8 | 81.6 | |
Gesamtbevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser | 13’866’620 | 16’946’400 | 22% |
Ländliche Bevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser | 13’447’200 | 14’719’104 | 9% |
Städtische Bevölkerung ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser | 16’745’464 | 24’297’952 | 45% |
Quelle: Aquastat FAO |
Die FAO veröffentlicht eine Wasserstatistik «Aquastat» und laut dieser Statistik lag die Zahl der Menschen in der ländlichen Bevölkerung von Kenia, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatten im Jahr 1992 bei insgesamt 13.447 Mio. 2015 war diese Zahl um 9% höher und betrug 14.7 Mio Menschen. Die Anzahl der Personen im städtischen Bereich in Kenia, die keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser hatten, ist sogar noch stärker angestiegen, und zwar um 45% von 16.7 Mio auf 24.3 Mio Menschen.
Situation Iloshion
Der Bezirk Elangata Wuas gehört politisch zum Kajiado Distrikt und eine der Gemeinden in diesem Bezirk ist Iloshion. Im Laufe der letzten Jahre war Iloshion immer wieder von Dürren und Wasserknappheit betroffen. Wassermangel hat immer dramatische Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Bevölkerung. Für die Frauen bedeutet das, dass sie noch mehr Zeit für die Beschaffung von Wasser aufbringen müssen, da sie noch grössere Distanzen zurücklegen müssen. Darüber hinaus wird den Massai durch das Verdursten ihrer Tiere die Lebensgrundlage entzogen und oft bleibt als einzige Alternative der Umzug in die Slums der grossen Städte.
Die Gemeinde Iloshion hat eine Bevölkerung von 2.000 Menschen und diese kämpfen dafür ihre Lebensgrundlagen in Iloshion nicht zu verlieren. Aus diesem Grunde haben wir uns entschieden, die Bevölkerung von Iloshion durch die Finanzierung eines Brunnens zu unterstützen und vor allem sie vor einem Abstieg in die Slums von Nairobi zu bewahren. Ein Brunnen gilt laut FAO Definition als eine verbesserte Wasserquelle.
Vorteile
– Erhöhung der durchschnittlich verfügbaren Wassermenge von ca. 1 Liter pro Kopf
– Verbesserung der Lebensqualität für 2.000 Menschen
– Massaifrauen können sich wieder mehr auf produktive Aufgaben konzentrieren
– Verbesserung der Sanitärversorung und der Hygiene der lokalen Bevölkerung und im Speziellen auch für die Kinder
– Möglichkeit der Lancierung eines Farmprojektes.
Das Projekt umfasst sechs verschiedene Stufen
Die lokale Gemeinschaft wird dann ein Mitglied der Gemeinschaft zum Verantwortlichen für die Wartung des Brunnens ernennen.
Die Projektkosten sind mit 6.909.290 Kenianischen Schillingen beziffert. Dieser grosse Betrag ist im Wesentlichen zwei Faktoren geschuldet: Iloshion befindet sich mitten im Rift Valley und ist nur durch eine Staubpiste von Kajiado her erreichbar. Daher muss sowohl der Bohrer als auch alles notwendige Material mehrere Stunden über diese Staubpiste transportiert werden. Darüber hinaus, stellt auch die Bohrtiefe eine Herausforderung dar. Diese wurde auf zwischen 180 und 250 m festgelegt (die geologische Studie wird dann die genaue Tiefe ermitteln!) – und zwar aufgrund der Bodenbeschaffenheit.
Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt von der WeCare-Association und der italienischen NGO La Nostra Africa. Die Finanzierung stammt zu 77 % von der WeCare-Association und die restlichen 23% werden von La Nostra Africa getragen. Die Projektorganisation und – leitung erfolgt durch La Nostra Africa.